Heißluftballon abgestürzt
H ABST Y
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Einsatzbericht
Rettung aus der Luft
Heißluftballon bleibt an Funkmast bei Wiesenbach hängen
Breidenbach-Wiesenbach (ll/vo). Eine erleichterte Umarmung hat am Samstagabend ein gefährliches Unterfangen beendet: Ein Heißluftballon war an einem Funkmasten hängengeblieben, die beiden französischen Piloten mussten von einem Polizeihubschrauber aus geborgen werden.
Was als harmlose Ballontour gestern Morgen in Stuttgart begonnen hatte, endete im Hinterland böse: Der Heißluftballon von zwei Piloten aus Nancy in Frankreich, die am Boden von Frau und Tochter des einen begleitet wurden, blieb gegen 18 Uhr an einem Funkmasten bei Wiesenbach hängen. Die Ballonhülle hing in Fetzen am Mast, die beiden Piloten saßen im Korb in unsicherer Höhe fest.
Leiter der heimischen Feuerwehr ist zu kurz
Die zunächst alarmierten Feuerwehren konnten nichts für die Männer tun. Die 30 Meter lange Drehleiter erwies sich als etwa acht Meter zu kurz, um die Männer zu erreichen.
Vor Ort waren im Laufe des Abends über 60 Einsatzkräfte der Feuerwehren aus Breidenbach und Biedenkopf und verschiedene Rettungsdienste, unter anderem Notärzte, die sich um die Männer in luftiger Höhe kümmerten, im Einsatz.
Ein Notarzt war im Korb der Drehleiter der Feuerwehr mit nach oben gefahren und hatte sich mit den Männern soweit verständigt, dass ihr Zustand als stabil gelten konnte.
Was dann folgte, waren Bemühungen, die Männer aus ihrem Gefängnis zu bergen. Das Geschehen wurde von Hunderten von Schaulustigen verfolgt, die das Ganze aus direkter Nähe, aber auch von den umliegenden Hügeln beobachteten.
Nach und nach wurden Einzelheiten bekannt. Bei den Männern handelt es sich um Franzosen, 42 und 60 Jahre alt. Nach über einer Stunde tauchten dann endlich auch die beiden Begleiterinnen mit dem Wagen auf.
Höhenretter sind zufällig im Landkreis unterwegs
Wie man den Korb, der rund acht Meter unterhalb der Spitze des Funkmastes hing, erreichen sollte, war zunächst unklar. Ein glücklicher Zufall kam den Rettungskräften zu Hilfe. Höhenretter aus dem Landkreis nahmen gestern Nachmittag an einem Lehrgang der Werksfeuerwehr von Behring teil. Acht von ihnen waren innerhalb kürzester Zeit vor Ort. Sie erklommen den Funkmasten, an dem eine Leiter hinaufführt.
Hubschrauber der Polizei macht Bergung möglich
Schließlich wurde deutlich, dass eine Bergung nur per Hubschrauber möglich sein wird.
Als der Polizeihubschrauber am Ort des Geschehens eintraf, war die Dunkelheit schon im Anzug. Das nicht ganz ungefährliche Unterfangen wurde sorgfältig vorbereitet. Schließlich stieg der Hubschrauber wieder in die Höhe und per Seilwinde wurde ein Mann von oben in den Korb des Ballons herabgelassen. Er sicherte die Männer, und einer nach dem anderen wurde in den Hubschrauber gezogen. Der landete schließlich und die Männer fielen sich in die Arme.
Wie es zu dem Unglück kommen konnte, stand gestern Abend noch nicht fest. Zumal die sprachliche Verständigung mit den Franzosen nicht ganz einfach war. Allerdings dürfte ihre Reise vorerst zuende sein, denn der Ballon ist nicht mehr zu gebrauchen.
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