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Freiwillige Feuerwehr Biedenkopf

1868-1987

 

Die erste Freiwillige Feuerwehr zu Biedenkopf, wurde im Jahre 1868 gegründet.

 

Darüber gibt erstmals Auskunft der "Rechenschaftsbericht der Freiwilligen Feuerwehr zu Biedenkopf" com November 1868. Datin heißt es wörtlich: "in einer am 4. März d. J. stattgefundenen Zusammenkunft von jungen Männern hiesiger Stadt wurde beschlossen, eine freiwillige Feuerwehr in hiesiger Stadt, nach Muster der in anderen Städten bereits bestehenden Feuerwehren ins Leben zu rufen, welche es sich zur Aufgabe machen, durch öftere Proben etc., sich in den bei Bränden vorkommenden Arbeiten so einzuüben, damit das Löschen eines Brandes in gehöriger Ordnung und auf möglichst rasche Weise geschehen kann".

 

Als Vorsitzender ist überliefert H. Weigel und als sein Stellvertreter Th. Braun. Gegliedert war die erste freiwillige Feuerwehr in eine Spritzenmannschaft, eine Steigmannschaft und eine Rettungsmannschaft mit noch weiteren Untergliederungen. Für die Anschaffung der wichtigsten Ausrüstungsgegenstände wie der Rechnungsabschluss des Jahres 1868 neben einem Zuschuss aus der Stadtkasse eine Spende der Magdeburger Feuerversicherungsgesellschaft aus.

 

Eine Zeichnung von Amtsgerichtrat Bork aus jener Zeit zeigte das erste Spritzenhaus der Biedenkopfer Wehr im oberen Mühlweg. Das Heimatmuseum hütet neben einer alten Feuerwehrspritze einge Eimer, mit denen damals Wasser für Löschzwecke geschleppt worden ist.

 

Löscheimer

 

Recht aktiv müssen die Feuerwehrkameraden gewesen sein. Im „Hinterländer Anzeiger" wurde regelmäßig zu Übungen und anderen Veranstaltungen eingeladen und auch über die weitere Ausstattung mit Geräten berichtet. So ist es auch nicht verwunderlich, dass bei der Gründungsversammlung des „Feuerwehrverbandes für den Regierungsbezirk Wiesbaden" am 28. Juli 1872 in Wiesbaden auch H. Weigel aus Biedenkopf vertreten war.

 

Von den zahlreichen Einsätzen seien hier nur einige erwähnt. 1876 brannten in der Untergasse fünf Scheunen nieder. Zwei Jahre später wurde auf der Ludwigshütte das Anwesen des Ziegelbrenners Ludwig Schneider ein Raub der Flammen. 1879 brannte es schon wieder in der Untergasse und beim Gastwirt Georg Walther auf der Ludwigshütte, der selbst nicht mehr aus den Flammen gerettet werden konnte. Recht groß muss der Brand auf dem Gelände der Bangsehen Holzfabrik im Südosten der Stadt gewesen sein. Einem Waldbrand im Jahre 1900 folgte ein Jahr später ein Brand in der Obergasse und 1904 das Brandunglück am Galgenberg, bei dem mehrere Häuser abbrannten bzw. erheblich beschädigt wurden. Schließlich sollte hier auch noch der Brand der Untermühle angeführt werden.

 

Zwar lassen sich noch als Wehrführer um die Jahrhundertwende Wilhelm Ruhl und Georg Heinrich Hahn namentlich anführen; jedoch ließ sich nicht ermitteln, wann, aus welchen Gründen und unter welchen Umständen es zur Auflösung der ersten Freiwilligen Feuerwehr in Biedenkopf gekommen ist.

 

Bekannt ist erst wieder, dass es nach dem ersten Weltkrieg eine Pflichtfeuerwehr in der Kreisstadt gegeben hat.

 

Zu ihrem Leiter wurde 1920 mit Friedrich August Hosch der Mann berufen, dessen Wunsch es schon seit längerer Zeit war, den Brandschutz in Biedenkopf auf freiwillige Grundlage zu stellen. Er fand darin die Zustimmung der übrigen Vorstandsmitglieder in einer Sitzung am 20. Dezember 1920. Auf der Gründungsversammlung am 29. Dezember 1920 fand sich jedoch nicht genügend Interesse für eine freiwillige Wehr.

 

Mangelnder Wille zur Unterordnung und eine wenig positive Einstellung zum Dienst am Nächsten ließen die Einsatzbereitschaft der Pflichtfeuerwehr aber immer bedenklicher erscheinen. So musste in den folgenden Jahren der Feuerwehrvorstand mehrmals diese Zustände mit den städtischen Gremien erörtern, ohne jedoch zu einer Lösung zu gelangen. Es kam schließlich so weit, dass der Vorstand dem Magistrat mitteilte, er fühle sich nicht mehr zum Einsatz verpflichtet, solange nicht andere Statuten für die Pflichtfeuerwehr beschlossen würden. Nur dadurch glaubte man, die unhaltbaren Zustände beseitigen zu können.

 

Zum Glück blieb die Stadt in jenen Jahren von größeren Bränden verschont. Lediglich im Jahre 1923 musste die Pflichtfeuerwehr beim Brand des Hauses Unkel am Eschenberg in Aktion treten.

 

Mit Bürgermeister Stückrath trat im Jahre1924 ein Mann an die Spitze der Stadt, dem die Gründung einer freiwilligen Feuerwehr besonders am Herzen lag. Durch seine Mitwirkung und durch die Unterstützung des Kreisbrandmeisters Achenbach gelang es dann auch tatsächlich, am 9. Dezember1924 unsere Freiwillige Feuerwehr Biedenkopf neu zu gründen.

 

Ihr Kommandant wurde Friedrich August Hosch, während zum Stellvertreter Georg Kleinhenn gewählt wurde. Weiterhin wirkten im Vorstand Wilhelm Kleinhenn als Zeugwart, Karl Wagner als Kassierer und August Deuschle als Schriftführer, den später Karl Ruppersberger ablöste. Die Stadt sorgte für die Ausrüstung und für die Einkleidung und beschaffte im Jahre 1925 auch eine Magirus-Schiebeleiter. Ein Missstand war das Fehlen einer zentralen Unterstellmöglichkeit für die Löschgeräte. Da dieser bei Revisionen immer wieder beanstandet wurde, entschloss man sich 1927 zum Bau eines Gerätehauses mit Steigerturm auf dem Zimmerplatz. Während die Stadt das Material finanzierte, wurden die Arbeiten größtenteils in Selbsthilfe ausgeführt.

 

Seit 1929 verfügt die Freiwillige Feuerwehr Biedenkopf über ihre erste Motorspritze, eine Flader 4001. Zwei Brände im Jahre 1931 gaben den Männern der Wehr Gelegenheit, die Leistungsfähigkeit der Motorspritze bei der modernen Brandbekämpfung zu erproben. Ebenfalls 1929 wurde die Alarmierung verbessert durch die Montage einer Sirene mit Kohlensäure auf dem Dach des jetzigen Rathauses.

 

Noch gern werden sich unsere ältesten Feuerwehrkameraden und Mitbürger des ersten Feuerwehrfestes erinnern, das wir vom 1. bis 4. Juli 1932 feierten. Anlass dazu war der 32. Nassauische Feuerwehrverbandstag.

 

1936 vervollständigte man die Ausrüstung durch eine zweite Motorspritze, eine Balke 6001, einen neuen Schlauchwagen und eine tragbare Schiebeleiter. Der Vorstand setzte sich seit dem gleichen Jahr wie folgt zusammen:

 

Friedrich August Hosch, Wehrführer
Georg Kleinhenn, stellvertr. Wehrführer und Löschzugführer I
Wilhelm Kleinhenn, Gerätewart
August Müller, Schriftführer
Karl Wagner, Kassenwart
Karl Leydecker, Löschzugführer II

 

Wir ersehen daraus, dass unsere Wehr in zwei Löschzüge eingeteilt worden war.

 

Bereits im gleichen Jahr verließ Wehrführer F. A. Hosch aus beruflichen Gründen Biedenkopf. Seine Verdienste um die Freiwillige Feuerwehr fanden besondere Anerkennung durch die Ernennung zum Ehrenkommandanten.

 

Wehrführer wurde der seitherige stellvertr. Wehrführer Georg Kleinhenn, während Gerätewart Wilhelm Kleinhenn den Löschzug I übernahm.

 

Karl Ruppersberger war schon früher aus dem Vorstand unserer Wehr ausgeschieden und am 28. Februar 1934 Kreisfeuerwehrführer geworden. Diesen Posten hielt er inne bis zu seiner Einberufung zum Wehrdienst im Jahre 1942. Seine Nachfolge als Kreisfeuerwehrführer trat Georg Kleinhenn an. Löschzugführer Karl Leydecker leitete dann als neuer Wehrführer unsere Freiwillige Feuerwehr bis zum Jahre 1948.

 

Unter seiner Führung haben unsere älteren Kameraden wohl die schwersten Einsätze erlebt. Nachdem unsere Wehr das hier stationierte Kreisgerät, ein fahrbares LF 15, übernommen hatte, wurde sie mit diesem bei Großbränden nach Fliegerangriffen u. a. auf die Städte Frankfurt am Main und Kassel eingesetzt. Führer dieses Gerätes war Kamerad Georg Gerlach, dessen Stellvertreter Kamerad Willi Diacont. Vorbildliche Arbeit leisteten alle Kameraden unserer Wehr, die an diesen gefahrvollen Einsätzen teilnahmen.

 

Am 27. Juli 1946 trat die Wehr zum ersten Mal nach dem zweiten Weltkrieg zusammen und organisierte sich neu. Man bestätigte Karl Leydecker als Wehrführer und wählte Wilhelm Kleinhenn zu dessen Stellvertreter (zugleich Gerätewart), Georg Wehn zum Schriftführer und Wilhelm Fischbach zum Kassierer.

 

Nach zwei Jahren, am 12. Juni 1948, legte Karl Leydecker sein Amt nieder und wurde in Anerkennung seiner Verdienste zum Ehrenkommandanten ernannt. Als Leiter der Wehr folgte Franz Milchsack mit dem stellvertr. Wehrführer Friedrich August Hosch. Nachdem ersterer bald nach seiner Wahl wieder zurückgetreten war, führte F. A. Hosch die Freiwillige Feuerwehr Biedenkopf kommissarisch bis zur Generalversammlung am 23. März 1949, die ihn als neuen Wehrführer wählte. Seit dem gleichen Jahr dienen zwei elektrische Sirenen einer besseren Alarmierung. Ihre Montage erfolgte auf dem Gerätehaus und dem Gymnasium. Sie wurden später durch ZS-Sirenen ersetzt und auf insgesamt 6 Stück, die an verschiedenen Stellen montiert sind, erweitert.

 

Anlässlich des 25jährigen Jubiläums der Wiedergründung fand am 10. Dezember 1949 ein Festabend im Hotel Berggarten statt.

 

Im August 1950 erfuhr der Feuerschutz der Stadt durch die Übernahme eines neuen Löschgerätes, eines TLF 15, eine wesentliche Verbesserung. Dieses landeseigene Fahrzeug wurde am 27. März 1951 den Vertretern des Kreises und der Stadt auf dem Marktplatz vorgeführt und anschließend offiziell in die Obhut unserer Wehr gegeben.

 

Kamerad Wilhelm Kleinhenn trat im Jahre 1953 aus Altersgründen von seinem Posten als Gerätewart zurück. Für sein Wirken in der Biedenkopfer Feuerwehr erfolgte in der Jahreshauptversammlung am 11. Februar 1953 seine Ernennung zum Ehrenmitglied. Der Sohn Hans übernahm das Amt, das der Vater über drei Jahrzehnte bekleidete.

 

1954 waren wir mit der Ausgestaltung des Kreisfeuerwehrtages beauftragt. Wir veranstalteten im Zusammenhang damit ein Feuerwehrfest mit Weihe des neu beschafften Kreisbanners.

 

Banner der FF Biedenkopf-Kernstadt 1904-1954  Banner der Kreisfeuerwehrverband Biedenkopf 1904-1954

 

Unser langjähriger Wehrführer, Hauptbrandmeister Friedrich August Hosch, verstarb im Jahre 1958. Wir alle wissen seine Verdienste um Gründung, Aufbau und Führung unserer Wehr zu würdigen. Sein Stellvertreter Ernst Kahle übernahm sogleich die Führung, bis ihn die nächste Generalversammlung am 24. Januar 1959 auch offiziell zum neuen Wehrführer bestellte.

 

Zu seinem Stellvertreter wählten die Feuerwehrkameraden den bisherigen Gerätewart Hans Kleinhenn und an dessen Stelle am 23. Januar1960 Heini Geßnerzum Gerätewart.

 

Der Kassierer, Kamerad Wilhelm Fischbach, legte am 14. Januar 1961 in der Jahresversammlung aus Gesundheits- und Altersgründen sein Amt nieder. Für ihn wählten wir den Kameraden Karl-Heinz Glaubrecht, der diese Aufgabe über 25 Jahre bekleidete.

 

Unsere alte Schiebeleiter entsprach inzwischen nicht mehr den Anforderungen. Sehr dankbar waren wir da her den städtischen Körperschaften, als wir von ihnen 1961 eine neue mechanische Metalleiter erhielten, die eine Steighöhe von 18 Metern besitzt.

 

Aus Anlass seines 40jährigen Feuerwehrjubiläums wurde Kreisbrandinspektor Karl Ruppersberger im gleichen Jahr für seine Verdienste um das Feuerlöschwesen zum Ehrenmitglied unserer Wehr ernannt.

 

Am 15. Mai 1962 übergab die Stadt uns das schon seit langem gewünschte Löschfahrzeug LF 8 mit einer TSA 8 und vergrößerte damit erneut unsere Einsatzfähigkeit.

 

In der Jahreshauptversammlung wurde Kamerad Hans Wickenhöfer zum Zeugwart ernannt und damit Mitglied des Vorstandes.

 

Ein Höhepunkt in der Geschichte unserer Wehr war das Feuerwehrfest vom 26. bis 29. Juni 1964. Der 40. Geburtstag der Wiedergründung war verbunden mit dem 60jährigen Jubiläum des Kreisfeuerwehrverbandes und dem 8. Nassauischen Feuerwehrverbandstag. Viele Kameraden aus nah und fern weilten in jenen Tagen in Biedenkopf und werden die Festtage sicher in guter Erinnerung behalten haben. Es soll nicht unerwähnt bleiben, dass unser Kamerad Christian Gies anlässlich dieses Jubiläums zum Ehrenmitglied ernannt wurde.

 

Wieder einmal hatten wir der Stadt zu danken für die Verbesserung unserer Ausrüstung durch den Kauf eines Mannschaftsfahrzeuges und eines Schnelleinsatzwagens LF16 sowie für die laufende Ergänzung des Schlauchmaterials.

 

Auch die Dienstbekleidung wurde durch finanzielle Unterstützung der Stadt Biedenkopf laufend vervollständigt. Ein weiteres LF 16 und ein SKW des Zivilschutzes (ZS) stehen uns ebenfalls seit 1964 zur Verfügung zwecks hauptsächlicher Verwendung im überörtlichen Brandschutz. Viele erfolgreiche Einsätze in der Stadt selbst und in der näheren und weiteren Umgebung bewiesen die Richtigkeit und Notwendigkeit der letzten Anschaffungen.

 

In den sechziger Jahren hatte die Wehr maßgeblichen Anteil am Zustandekommen der Verschwisterung Biedenkopf mit La Charité sur Loire und Oostduinkerke aan Zee. Bereits 1961 wurden enge Beziehungen zur Feuerwehr der Loire-Stadt geknüpft, und seit 1968 werden Kontakte mit der Feuerwehr der belgischen Schwesterstadt gepflegt. Wohl kaum eine Organisation in Biedenkopf hat so innige persönliche Verbindungen untereinander wie gerade die befreundeten Wehren dreier Länder.

 

Für besondere Verdienste um die freundschaftlichen Beziehungen zwischen französischen und deutschen Feuerwehren wurden die Kameraden Ernst Kahle, Hans Kleinhenn, Hans Wickenhöfer und Heinrich Ruppersberger zu Ehrenmitgliedern des französischen Feuerwehrverbandes ernannt.

 

Seit 1968 wirkte Otto Speitel als stellvertretender Ortsbrandmeister, da Kamerad Hans Kleinhenn in der Zwischenzeit Kreisbrandinspektor geworden war.

 

Als Nachfolger von Kamerad Heini Geßner übernahm Löschmeister Willi Döring 1969 dessen Posten als Gerätewart.

 

In der Jahreshauptversammlung am 24. Januar 1970 wählte man die Feuerwehrkameraden Otto Speitel zum Ortsbrandmeister und Wehrführer Kurt Wehn zum stellvertretenden Ortsbrandmeister und Hans Wickenhöfer zum Schriftführer unter Beibehaltung des Postens als Zeugwart. Unser verdienter Wehrführer Ernst Kahle wurde zum Ehrenkommandanten sowie die Kameraden August Müller und Ernst Ellenberger zu Ehrenmitgliedern ernannt; August Müller war seit vielen Jahren Schriftführer.

 

Aus den Ereignissen des folgenden Jahres, 1971, ragen zwei Begebenheiten besonders heraus. Kreisbrandinspektor Hans Kleinhenn konnte den Kameraden der Biedenkopfer Feuerwehr mitteilen, dass in der Kreisstadt ein Feuerwehrstützpunkt geplant sei. Dieser soll von überörtlicher Bedeutung sein, d.h. einen besseren Feuerschutz des gesamten nördlichen Kreisgebietes garantieren.

 

Die Gründung einer Jugendfeuerwehr im Jahre 1971 soll nicht nur den Gedanken des Brandschutzes und der gegenseitigen Hilfeleistung schon in früherer Jugend wirksam werden lassen, sondern auch für einen vorgebildeten Nachwuchs unserer Wehr sorgen.

 

In der Generalversammlung dieses Jahres wurden die folgenden Feuerwehrkameraden zu Ehrenmitgliedern ernannt: Ferdinand Jung, Willi Hosch, Ludwig Schmidt, Wilhelm Fischbach und Franz Milchsack.

 

Am 1. Januar 1972 trat das Bundesschutzhilfeleistungsgesetz in Kraft. Die darin geforderte Satzung für Biedenkopf beschlossen die Stadtverordneten am 20. Oktober 1972. Otto Speitel, dem ersten Stadtbrandinspektor gemäß dieser Satzung, und seinem Stellvertreter, Kurt Wehn, unterstehen neben der Freiwilligen Feuerwehr Biedenkopf im Brandfalle auch die Wehren der vier Stadtteile Dexbach, Engelbach, Eckelshausen und Kombach, die im übrigen auch weiterhin ihre Selbständigkeit behalten. Während die Feuerwehren seither nach dem Vereinsrecht organisiert waren, sind sie auf Grund dieses neuen Gesetzes als öffentliche Einrichtungen anzusehen. Durch die Zusammenfassung unter einem gemeinsamen Kommandanten ist auch der Brandschutz der Stadtteile erheblich verbessert worden.

 

Die Anschaffung eines Ölschadenbekämpfungsanhängers im Jahre1972 zeigt, dass unsere Wehrauch auf diesem wichtigen Gebiet des Katastrophenschutzes mit derzeit geht.

 

Im April 1973 fand die Grundsteinlegung des Feuerwehrstützpunktes auf dem Zimmerplatz statt. In die voraussichtlichen Kosten von 1.650.000,- DM und weiteren 365.000,- DM für neue Ausrüstungen werden sich Land, Kreis und Stadt teilen. Die erheblichen Folgelasten werden dagegen hauptsächlich von der Stadt zu tragen sein.

 

Als selbstverständlich ist es anzusehen, dass zahlreiche Feuerwehrkameraden durch die Teilnahme an Lehrgängen ihren Kenntnisstand in den Methoden der Brandbekämpfung verbesserten und ihre Fähigkeiten in der Bedienung moderner Lösch- und Katastrophenschutzgeräte erweiterten. Die Teilnahme an Kreisleistungswettkämpfen war so auch stets von Erfolg begleitet.

 

Am 19. Oktober1973 konnten wir das Richtfest unseres Feuerwehrstützpunktes feiern. Es hat sich mittlerweile herausgestellt, dass mit weiteren Kosten von etwa 300.000,- DM zu rechnen ist. Ein bei dieser Gelegenheit übergebenes Flutlichtfahrzeug nahmen wir dankbar entgegen, dient es doch einer noch größeren Schlagkraft unserer Wehr.

 

Vom 21. bis 24. Juni 1974 richtet die Wehr Biedenkopf den Kreisfeuerwehr und gleichzeitig den Nassauischen Feuerwehrverbandstag aus.

 

Der durch die Gebietsreform abgetretene Kreisbrandinspektor, Hans Kleinhenn, wird bei der Jahreshauptversammlung 1974 durch Stadtbrandinspektor Otto Speitel verabschiedet. Er hat eine Stelle bei der Bundeswehr in Faßberg angetreten. Mit ihm scheidet ein guter Kamerad aus unserer Wehr aus, der sich immer für die Belange ALLER Feuerwehren im Altkreis Biedenkopf eingesetzt hat.

 

Im Hinblick auf die Fertigstellung des neuen Feuerwehrstützpunktes bekommt die Wehr Biedenkopf in 1974 einen RW2 (Rüstwagen) mit Rettungsschere und Spreizer vom Land Hessen übergeben. Dieses Fahrzeug wird auch in der überörtlichen Brand- und Unfallhilfe eingesetzt und gehört zur Stützpunktausrüstung.

 

Nach dreijähriger Bauzeit wird am 24. Januar 1976 der Feuerwehrstützpunkt Biedenkopf feierlich seiner Bestimmung übergeben und somit ein großes Unterbringungsproblem für unsere Fahrzeuge und Gerätschaften behoben. Im Rahmen der Stützpunktbestückung beschafft die Stadt Biedenkopf in 1977 eine 30 m-Drehleiter auf Magirus-Fahrgestell (DLK 30), die unsere Einsatzkraft erheblich steigert.

 

Durch den Wegfall der Sirenen-Alarmierung in Biedenkopf und die zentrale Alarmierung in Marburg erhält unsere Wehr 1978 die ersten 22 Funkalarmempfänger. 1979 und 1981 werden jeweils 10 weitere angeschafft.

 

1980 stellt die Freiwillige Feuerwehr Biedenkopf ein neues Banner in Dienst und würdigt dies in einem feierlichen Rahmen.

 

 

 

Bedingt durch größere Industrieansiedelungen und den häufiger werdenden überörtlichen Brandschutz erhält die Wehr 1981 einen Monitor (Schaum-Wasserwerfer) der durch seine enorme Wurfweite die Einsatzmöglichkeiten für unsere Wehr wesentlich verbessert.

 

Bei der Jahreshauptversammlung 1980 im Februar 1981, tritt Otto Speitel nach überzehnjähriger Tätigkeit als Wehrführer zurück.

 

Als Nachfolger wählt die Versammlung den bisherigen Stellvertreter Kurt Wehn zum neuen Wehrführer und Rolf Wickenhöfer zu seinem Stellvertreter. Andreas Malecha wird zum Jugend-feuerwehrwart gewählt.

 

Im März 1981 verstarb viel zu früh unser langjähriges Vorstandsmitglied und Schriftführer, Kamerad Hans Wickenhöfer, der durch seine stets lustige Art weit über die Stadt- und Kreisgrenzen bekannt war.

 

Zu seinem Nachfolger als Schriftführer wird in einer außerordentlichen Generalversammlung am 13. Juni 1981, Peter Kraft gewählt.

 

Um den Kontakt zur Bevölkerung der Stadt zu pflegen veranstaltet unsere Wehr alle 2 Jahre einen TAG DER OFFENEN TÜR in dem wir uns der Öffentlichkeit vorstellen.

 

1982 übergibt die Stadt Biedenkopf zur weiteren Verbesserung des Brandschutzes ein Tanklöschfahrzeug Typ TLF16/25 an die Einsatzleitung unserer Wehr.

 

Kamerad Kurt Wehn wird auf dem Kreisfeuerwehrverbandstag in Gladenbach mit dem goldenen Brandschutzehrenzeichen ausgezeichnet.

 

Bei der Jahreshauptversammlung 1984 am 2. Februar 1985 wird er wegen erreichen der Altersgrenze als Wehrführer aus dem aktiven Dienst nach 44jähriger Feuerwehrtätigkeit verabschiedet und zum Ehrenwehrführer ernannt. Zu seinem Nachfolger wählt die Versammlung Rolf Wickenhöfer und zu dessen Stellvertreter Gerhard Bende.

 

1985 wird Rolf Wickenhöfer bei einer Versammlung aller Wehren der Stadt Biedenkopf, als Nachfolger von Otto Speitel, zum neuen Stadtbrandinspektor gewählt. Kamerad Speitel war aus Altersgründen zurückgetreten.

 

Am 1. Februar1986 legt unser Kassierer Karl-Heinz Glaubrecht nach 25jähriger Vorstandsarbeit sein Amt nieder. Zu seinem Nachfolger wird Hartmut Henkel von der Versammlung gewählt.

 

In einer Feierstunde bei der Berufsfeuerwehr Wiesbaden übergibt das Land Hessen am 5. März 1985 einen Schlauchwagen SW1000 an die Wehr Biedenkopf, die damit ihre Schlagkraft weiter verbessern kann.

 

 

Weiteres folgt.....

 


 
Samstag, 19. Mai 2012

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