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Das Wasser kommt schnell und gewaltig Feuerwehren haben über 50 Einsätze
Biedenkopf (val/do). Der Regen, der da am frühen Sonntagabend vom Himmel kam, hat im nördlichen Hinterland für zahlreiche Feuerwehreinsätze gesorgt. Zwischen Angelburg im Süden, Dautphetal im Osten und Biedenkopf im Nordwesten waren Keller und Garagen vollgelaufen und Straßen überflutet. Kanaleinläufe setzten sich im Nu zu, so dass das Wasser nicht ablaufen konnte.
Um 18.20 Uhr ging der erste Notruf in der Marburger Leitstelle ein. Danach häuften sich die Anrufe derart, dass das Personal aufgestockt werden musste, berichtete Kreisfeuerwehrsprecher Stephan Schienbein. Vom Lagezentrum im Landratsamt aus koordinierten Kreisbrandinspektor Lars Schäfer und der "Kreisbrandmeister für Katastrophenschutz und Großschadenslagen", Maik Klein, die Einsätze, vor Ort im Hinterland war der stellvertretende Kreisbrandinspektor Jörg Fackert im Einsatz. Und mit ihm etwa 200 Feuerwehrleute.
Allein 50 Einsatzstellen waren der Leitstelle gemeldet worden. "Wir gehen aber davon aus, dass es noch mehr waren, weil die Wehren vor Ort manches auch in Eigenregie regeln", berichtet Schienbein.
Besonders schlimm getroffen hatte es Quotshausen. Dort war die Hörle zu einem reißenden Gewässer geworden, dass das Brückengeländer in der Ringstraße ungeknickt und die Straße überspült hatte. Daraufhin musste die Feuerwehr zeitweise sogar die Ortsdurchfahrt sperren.
Auch der neu angelegte Spielplatz in Quotshausen wird überspült
Auch bei der Brücke in der Ortsstraße waren die Wehrleute im Dauereinsatz. Dort stemmten sie sich gegen die Wassermassen und versuchten Treibgut herauszufischen, damit dieses nicht an der Brücke hängenblieb und einen Damm bildete.
Besonders bitter für Quotshausen: Auch der neu angelegte Spielplatz wurde überspült, ebenso wie das Kellergeschoss des Bürgerhauses. Im Dauereinsatz war die Wehr auch weiter flussaufwärts - etwa in Nieder- und Oberhörlen, wo mehrere Keller vollgelaufen waren. Bei einem Anlieger in der Ortsdurchfahrt wurde dadurch eine am Vortag gelieferte Küche, die im Keller lagerte, vermutlich zerstört.
Die ersten Folgen des Unwetters hatten die Angelburger zu spüren bekommen. Dort rückte die Feuerwehr bereits kurz nach 18 Uhr aus, um einer Familie in der Uferstraße zu Hilfe zu eilen. Der Gansbach war über die Ufer getreten und drückte durch einen Schacht in den Keller des Wohnhauses.
Knappe 20 Minuten später heulten auch in Frechenhausen die Sirenen. Wie bei dem Jahrhunderthochwasser 2006 drohte dort der Gansbach in der Ortsmitte über die Ufer zu treten, weswegen die Feuerwehr den neu angeschafften Hochwasserrettungsschlauch um das Dorfgemeinschaftshaus auslegte. Die Befürchtungen, die Überflutungen von damals könnten sich wiederholen, blieben hier jedoch aus. Dafür hieß es auch für etliche Anlieger an der Perf im Gemeindegebiet Breidenbach zittern. In Wolzhausen stieg der Fluss bis ans Kellergeschoss eines Autohauses heran. Zudem leistete die Feuerwehr auch hier Hilfe bei mehreren voll gelaufenen Kellern.
In Biedenkopf musste wegen Überflutung zeitweise sogar die Bundesstraße 62 zwischen Abfahrt Mitte und Ludwigshütte gesperrt werden.
Quelle www.mittelhessen.de
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