|
"Zugunfall" hält Wehren in Atem Übung in Breidenstein fördert Zusammenarbeit
Biedenkopf-Breidenstein (val). Großeinsatz für die Biedenkopfer Feuerwehren an der Holzverladestation in Breidenstein: Bei einer Übung simulierten sie dort einen Verkehrsunfall mit einem Zug, bei dem 14 Personen verletzt wurden - eine davon tödlich.
Für den Einsatz hatten die Leiter ordentlich Aufwand betrieben und einen kompletten Zug auffahren lassen, um das Szenarium noch realistischer erscheinen zu lassen. "Das ist das erste Mal, dass wir einen Unfall dieser Art proben", bedankte sich Stadtbrandinspektor Kai-Michael Koch bei der Kurhessenbahn, die die Übung ermöglicht hatte. Letztlich sei sie für beide Seiten wichtig, um im Ernstfall schnelle Hilfe leisten zu können und die nötigen Abläufe zu kennen.
An beiden Enden des Zuges hatten die Organisatoren dabei zwei Autowracks drapiert - eines lag auf dem Dach - aus denen die Verletzen geborgen werden mussten. "Ziel einer solchen Großübung ist es auch immer, die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Stadteilwehren zu fördern", erklärte Koch. So sollen auch jene Wehrleute etwa mit Rettungsschere und Spreizer unzugehen lernen, bei denen die hydraulischen Geräte nicht zur Ausrüstung auf den Einsatzfahrzeugen gehöre.
Kuhrhessenbahn erläutert ihren Ablaufplan im Falle eines Unfalls
Unter Anleitung der erfahrenen Rettungskräfte lernten sie die Maschinen vorzubereiten und dann an den passenden Stellen am Auto anzusetzen, um etwa die Verbindssäulen zum Dach zu durchtrennen und dieses abheben zu können. Dadurch gelangen sie besser ins Innere des Fahrzeugs und können den eingeklemmten Personen helfen.
Wie wichtig die Übung war, zeigte auch das Beispiel der ratlosen Retter, die am Unfallort eintrafen und den Verletzten im Zug helfen wollten, jedoch vor verschlossenen Türen standen. Im Notfall wären die Fenster eingeschlagen worden - für die Übung zeigten die Bahnmitarbeiter den Helfer jedoch, wie sich die Türen manuell von außen eintriegeln und öffnen lassen. Darüber hinaus verriet Harald Gossmann, als Bezirksleiter Betrieb zuständig für das Notfallmanagement bei der Kurhessenbahn, den Wehren den üblichen Ablauf bei einem solchen Szenarium. "Über den Zugführer wird die Notfallzentrale der Bahn in Frankfurt alarmiert. Die wiederum alarmiert die Rettungskräfte", erklärte er.
Bis der Notfallmanager der Bahn am Unfallort eintreffe, sei es für die Feuerwehr wichtig sich zu überzeugen, das die Gleise gesperrt sind. Dies teilt die Bahn per Fax der Leistelle des Landkreises mit.
Um den Helfern vor Ort auch einmal eine ungewöhnliche Perspektive auf die Einsatzstelle zu bieten, hatten die Biedenkopfer außerdem ihren Leiterwagen mitgebracht und boten die Gelegenheit, sich den Unfall aus der Vogelperspektive anzuschauen.
Bei der Übung waren 53 Helfer aus der Kernstadt, Breidenstein, Wallau, Eckelshausen und Engelbach im Einsatz.
Quelle: www.mittelhessen.de |




