|
Hessenhof steht in Flammen
Bad Enbach. Der ehemalige Hessenhof in Bad Endbach in der Bahnhofstraße ist gestern ein Raub der Flammen geworden. 90 Feuerwehrleute kämpften gegen die Flammen. Sie konnten allerdings nur noch dafür sorgen, das das Feuer nicht auf Nachbarhäuser übergriff. Die Flammen breiteten sich so schnell aus, dass zu keinem Zeitpunkt mehr ein Vordringen ins Haus möglich war,ohne das Leben der Feuerwehrleute aufs Spiel zu setzten. Ein Feuerwehrmann wurde verletzt. Im Haus lebte eine Fünfköpfige Familie. Als der BRand ausbrach, waren nur der Vater und der Lebensgefährte der Tochter im Haus. Er bemerkte den Brand und alarmierte die Wehr. Holger Dörken berichtete im Gespräch mit dieser Zeitung, dass er sich nach dem Anruf gerade noch selbst aus dem Haus habe retten können.
Außer den Sachen, die er am Leibe trägt, Arbeitskluft und Pantoletten - der Mann war gerade bei Renovierungsarbeiten - ist ihm nichts geblieben. "Und das hier" - er zieht das Mobilteil des Telefons aus der Tasche, mit dem er die Rettungskräfte alarmiert hat. Zum Glück sei der Vater seiner Lebensgefährtin schon draußen gewesen, sagt er, denn den hätte er im Haus nicht mehr erreichen können.
Holger Dörken kann noch gar nicht fassen, was sich da vor seinen Augen abspielt, denn das Feuer vernichtet gerade seine gesamte Existenz. Dörken ist Diplomkaufmann und betreibt Zuhause aus sein Unternehmen von Vertrieb und Marketing von Kunstproduktionen. Alles, was er im Computer hatte, ist ein Raub der Flammen geworden, genauso wie das gesamte übrige Habe der Familie.
Die Feuerwehr ist zwar schnell vor Ort, kann aber nciht mehr ins Haus vordringen, weil sich das Feuer rasend schnell ausbreitet. Der Pressesprecher der Feuerwehr im Kreis, Stephan Schienbein, sprach gestern Abend von einer "immensen Geschwindigkeit".
Bei Redaktionsschluss war das Feuer immer noch nicht geköscht. Die Wehren waren mit neuntig Leuten im Einsatz, alle Kräfte aus Bad Endbach und den Ortsteilen, die Drehleiter und Löschfahrzeuge aus Gladenbach und Biedenkopf, am Abend auch noch ein Flutlichtwagen aus Biedenkopf und ein spezieller Atemschutzcontainer. Die Feuerwehrleute waren wegen der starken Rauchentwicklung auf der Atemschutzgeräte angewiesen.
Im Laufe des Brandes entzündeten sich laut Schienbein vor allem die Rauchgase immer wieder explosiensartig.
Auch Bad Endbachs Bürgermeister Markus Schäfer, der selbst in der Nähe des Brandortes wohnt, war vor Ort. Er berichtet, dass die Familie das Haus in jahrelanger liebevoller Arbeit renoviert hat und kurz davor gewesen sei, im Haus auch die neuen Räume zu beziehen. "Mit einem Schlag ist ein Lebenswerk zerstört," bedauert Schäfer.
Die Familie kommt vorerst in einer Ferienwohnung unter
Die Gemeinde hat die durch den Brand obdachlose Familie zunächst in einer behindertengerechten Ferienwohung untergebracht, denn die Mutter sitzt imm Rollstuhl. Sie war zum Zeitpunkt des Unglücks im Krankenhaus zur Dialyse.
Ihre Tochter und deren Kind waren ebenfalls außer Haus.
Auch Bürgermeister Schäfer bestätigte, das man den Brand nur noch kontrolliert habe löschen können. Bei jedem Versuch, ins Haus vorzudringen, wäre das Leben der Feuerwehrleute in Gefahr gewesen. Am Abend war dann dafür gesorgt, dass es für die Einsatzkräfte ausreichend Verpflegung gab, denn der Einsatz, hieß es, werde vermutlich die Nacht über andauern, zumal immer neue Glutnester auftauchten.
Quelle: Hinterläner Anzeiger vom 15.02.11; www.mittelhessen.de |




