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Frau steck eigenes Haus an Polizei vermutet geplanten Selbstmord mit zwölfjährigem Kind
Bei einem Familiendrama auf einem landwirtschaftlichen Anwesen in Breidenbach (Kreis Marburg-Biedenkopf) sind in der Nacht zu gestern eine 50jährige Frau und ihr 12-jähriger Sohn verletzt worden. Ermittlungen der Polizei zufolge hatte die psychisch angegriffene Mutter in Selbstmord-Absicht Feuer gelegt und sich dann zu ihrem Sohn ins Bett gelegt. Im Letzten Moment verließ sie mit dem Jungen das brennende Haus im Ortsteil Klein-Gladenbach. Es entstand ein Sachschaden von mehreren hunderttausend Euro.
Gerade noch rechtzeitig verhinderte die Frau Schlimmeres und verließ zusammen mit dem Jungen das brennende Haus. Die 50-jährige Frau und der Zwölfjährige erlitten leichte Rauchvergiftungen. Die beiden Hunde der Familie starben. Der Schaden beläuft sich voraussichtlich auf mehrere 100 000 Euro. Die Polizei ermittelt nun wegen schwerer Brandstiftung.
Die weiteren Ermittlungen zu den näheren Umständen dauern an. Die Kripo Marburg hat die Frau gestern dem zuständigen Haftrichter vorgeführt. Der Junge bleibt bei Angehörigen. Ein in unmittelbarer Nachbarschaft wohnender Feuerwehrmann hatte gegen 1.15 Uhr das Feuer frühzeitig bemerkt und Alarm geschlagen. Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte der Feuerwehr in der Gladbachstraße schlugen schon die Flammen aus dem Gebäude. Als die Feuerwehr die Haustür des Wohnhauses aufbrach, kamen ihr die unter Schock stehende Besitzerin und ihr Sohn entgegen. Aus dem Haus war noch das Jaulen der vom Feuer eingeschlossenen Hunde zu hören.
Etwa 80 Feuerwehrleute aus sieben Wehren verhinderten ein Ausbreiten der Flammen auf benachbarte Gebäude. Das Stall- und Scheunengebäude mit einer Krankengymnastikpraxis brannte bis auf die Grundmauern nieder. Schwierigkeiten bereiteten den Einsatzkräften etwa 800 auf dem Dachboden eingelagerte Strohballen. Unter dem eingestürzten Dach des Gebäudes war das brennende Stroh nur schwer zugänglich und musste von Außen und über die Drehleiter der Feuerwehr aus Biedenkopf gelöscht werden.
Die Flammen in dem ehemaligen Stall- und Scheunengebäude loderten jedoch bis gegen vier Uhr, erst dann war das Feuer unter Kontrolle. Hinter einer mit Schiefer verkleideten Fachwerkwand fraßen sich die Flammen immer weiter vor, so dass die Brandnester Stück für Stück freigelegt und gelöscht werden mussten. Das bereits auf das angrenzende Wohnhaus übergegriffene Feuer bekam die Feuerwehr schnell in den Griff. Trotzdem entstand ein erheblicher Sachschaden. Die Nachlöscharbeiten dauerten den ganzen Freitag an. Mit einem Bagger wurde nachmittags das Stroh aus der Brandruine entfernt. Das Gebäude ist teilweise einsturzgefährdet.
Quelle: Hinterländer Anzeiger vom 25.11.2006 |





