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Fachwerkscheune geht in Flammen auf

Polizei vermutet Brandstiftung

 

Dautphetal-Dautphe. Einen Tag nach dem Großbrand auf einem Bauernhof in Dautphe sucht die Polizei dringend nach Zeugen, die gegen 20.30 Uhr und später in der Dautpher Hauptstraße ortsfremde Menschen oder Fahrzeuge beobachtet haben. Wie Polizeisprecher Martin Ahlich gegenüber dieser Zeitung sagte, ist die Brandursache noch ungeklärt, das Feuer in der Scheune sei "vermutlich jedoch durch Brandstiftung" entstanden.

Die Feuerwehr verhinderte in der Nacht zu gestern, dass die Flammen auf zwei direkt angrenzende Wohnhäuser und weiter Scheunen übergriffen. Zwei Feuerwehrleute erlitten bei den Löscharbeiten Rauchvergiftungen und mussten im Krankenhaus behandelt werden. Den Einsatzkräften gelang es, 14 Schweine, zwei Bullen und eine Kuh aus dem brennenden Stall zu retten. Ein Bulle erlitt schwere Verletzungen; er musste noch in der Nacht von einem Tierarzt eingeschläfert werden. Der Sachschaden geht in die Hunderttausende.

 

Es war gegen 22.30 Uhr, als Anwohner der Hauptstraße in Dautphe durch berstende Eternit-Dachplatten auf das Feuer aufmerksam wurden. Als die alarmierte Feuerwehr wenige Minuten später an der Einsatzstelle im Ortskern eintraf, stand das Scheunen- und Stallgebäude bereits vollkommen in Flammen. Das Feuer drohte auf zwei direkt angrenzende Wohnhäuser überzugreifen. Auch andere Scheunen in direkter Nachbarschaft waren von den Flammen bedroht. Die rund 90 Einsatzkräfte von sieben Feuerwehren konnten mit einem gezielten und massiven Löschangriff verhindern, dass sich das Feuer weiter ausbreitete. Die brennende Scheune und darin gelagerte landwirtschaftliche Geräte und Erntevorräte waren jedoch nicht mehr zu retten.

 

Anfangs bricht die Versorgung mit Löschwasser zusammen

 

Probleme bereitete den Brandbekämpfern anfangs die Wasserversorgung. Die Hydranten lieferten zunächst nicht genügend Löschwasser. Mit zwei Tanklöschfahrzeugen der Feuerwehr Biedenkopf sowie über die Nahe gelegene Zisterne war dieses Problem aber schnell gelöst. Über die Drehleiter der Biedenköpfer Wehr bekämpften die Einsatzkräfte die Flammen auch von oben. Nachschub an Atemschutzgeräten lieferte die Feuerwehr aus Marburg. Die Löscharbeiten dauerten bis zum Dienstagmorgen. Zu dieser Zeit konnten auch einige der 14 Schweine, die der Feuerwehr entwischt waren, wieder eingefangen werden.

 

Gestern waren den ganzen Tag über Brandsachverständige der Kriminalpolizei auf der Unglückstelle, um die Brandursache zu ermitteln, berichtete der Polizeisprecher. Die Kripo bittet dringend um Hinweise auf verdächtige Personen rund um das Gebiet der Hauptstraße. Zur besseren zeitlichen Orientierung der Zeugen nennt Ahlich den Zeitpunkt der Alarmierung: "Die Tochter des Hofbesitzers hatte gegen 22.30 Uhr knackende und puffende Geräusche gehört und sah beim Blick aus dem Fenster brennende Teile des Scheunendaches. Sie verständigte sofort die Feuerwehr."

 

Die Polizei fragt nun:

  • Wer sah ortsfremde Menschen oder Fahrzeuge unmittelbar von der Brandfeststellung in unmittelbarer Nähe?

  • Wem fielen augenscheinlich an den Löscharbeiten sehr interessierte, jedoch ortsfremde Personen auf?

  • Sah ein Zeuge einen Beobachter, der aus dem Hintergrund die Löscharbeiten verfolgte?

Hinweise melden Zeugen der Kripo Marburg Tel.: 06421/4060

 

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Quelle: Hinterländer Anzeiger vom 15.11.2006

 
Samstag, 19. Mai 2012

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